Der lebensfrohe Erbauer des Renaissanceschlosses in Weikersheim, Graf Wolfgang II., hatte nicht nur mit seiner Ehefrau gemeinsame Kinder, er wandte sich auch der Zofe Anna zu, die, nachdem man sie rasch mit dem Kammerdiener des Grafen, Jörg Weber, verheiratet hatte, einen Knaben zur Welt brachte. Dieser wurde auf den Namen Wolfgang getauft, auf Kosten des Grafen erzogen und schließlich Hohenloher Rat in Neuenstein. Der gebildete Mann lateinisierte seinen Namen in "Textor"; fürderhin erhielten alle männlichen Erstgeborenen den Vornamen Wolfgang. Dieser Familientradition entsprechend taufte auch der Frankfurter kaiserliche Rat Goethe, der "Aja" Textor geheiratet hatte, seinen Sohn Johann Wolfgang. Der später berühmte Dichter kannte diese verwandtschaftlichen Zusammenhänge und schrieb: "Vom Vater hab ich die Statur, des Lebens ernstes Führen, vom Mütterchen die Frohnatur, die Lust zu fabulieren. Urahnherr war der Schönsten hold, das spukt so hin und wieder; Urahnfrau liebte Schmuck und Gold das zuckt wohl durch die Glieder."
Graf Carl Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim liebte das Bauen: Auf ihn geht die barocke Ausgestaltung von Schloss, Garten und Stadt Weikersheim zurück. Sein Freund, Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn, bemerkte einst: "Wie könnten die Künstler und Handwerkersleute, die doch Gott auf dieser Welt haben will, bestehen, wenn er nicht zugleich Narren werden ließe, die sie ernähren täten."
Am 7. Mai 1740 lagen die „Pflichtmeßigen Bedencken“ vor, in denen die fürstlichen Räte ihre Vorschläge niederlegten, wie die sich die Einnahmen erhöhen und die Ausgaben senken ließen. Die gräfliche Familie bezog Stellung: je nach Thema zuerst Carl Ludwig, dann Elisabeth Friederike Sophie, zum Schluss Albrecht Ludwig Friedrich.
Carl Ludwig zeigte sich als ein Herrscher und Landesvater, hin- und hergerissen zwischen dem Willen zu repräsentieren und der Erkenntnis über die Notwendigkeit des Sparens; Elisabeth Friederike Sophie war offensichtlich eine Fürstin mit wenig Entgegenkommen und Albrecht Ludwig Friedrich ein Erbgraf mit Standesbewusstsein und Ansprüchen.
Zu den „Bedencken“ gehörten auch Personalangelegenheiten. Vorschlag der Räte: „Wenn der Trompeter Peter Model mit Tod abgehet, so könnte deßen Stelle auch unersezt bleiben.“ Antwort des Grafen: „Ja! Und zwar je ehender Je beßer. “
Der Volkskundler und Historiker Wilhelm Heinrich Riehl durchwanderte im Herbst 1865 das Taubertal und hielt "Einkehr in Weikersheim":
"Man würde bei den Weikersheimern nicht für einen Mann von Bildung gelten, wenn man durch die Stadt gegangen wäre, ohne das hohenlohische Schloss mit seinem Rittersaal und seinem französischen Garten gesehen zu haben. (...) Die Leute haben recht: das Schloss ist ein Wahrzeichen ihrer Stadt; es umschließt die Summe der Kunsteindrücke, an welchen sich hier der Kleinbürger von Jugend auf erfreut (...)". Der Geist ruht sich behaglich aus im Schlossgarten mit "seinen Statuen von Zwergen und Zwerginnen im mannigfachsten Gewand und seinen Göttinnen und Nymphen mit äußerst wenig Gewand".
Der letzte fürstlich-hohenlohische Kastellan Friedrich Leopold Erhard (1897-1966) war berühmt für seine Verdienste um die Erhaltung des wertvollen Kulturguts Schloss Weikersheim. Im Jahr 1965 riet eine angesehene Hamburger Tageszeitung ihren Leserinnen und Lesern: "Fahren Sie bald nach Weikersheim, um dort eine der originellsten Führungen durch ein originelles Schloss zu erleben!"