Fayencen, die durch ihren grünen Malereigrundton auffallen, zählen zu den wertvollsten Stücken der Sammlung in Weikersheim. Die knapp 10 cm große Deckeldose ist eines dieser besonders kostbaren Stücke.
Um 1700 gelangten Porzellane der Kangxi-Periode (1662-1722) aus Ostasien nach Europa. Aufgrund ihrer leuchtenden kupfergrünen Bemalung erhielten sie die Bezeichnung „famille verte“. Die Herstellung dieser Stücke war aufwendig und kostspielig: Nach dem Garbrand und Glasurbrand wurden bei einem dritten Brand schließlich in der Muffel (Schutzkapsel) die mit Schmelzmittel versetzten Farben der Glasur aufgeschmolzen und entwickelten so ihre leuchtende Farbigkeit.
Unter den europäischen Fayencemanufakturen gelang es nur der Ansbacher, diese seltene Chinaware auf sehr farbprächtige und kostbare Weise nachzubilden. Sie war 1709 von Markgraf Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach gegründet worden. Zunächst produzierte sie nur für die Ausstattung der Ansbacher Residenz. Die finanziell gut ausgestattete Manufaktur florierte und zählte bald auch benachbarte Höfe zu ihren Kunden. Der Weikersheimer Hof bezog bis etwa 1745 neben den Stücken der „Grünen Familie“ Hunderte von Fayencen aus Ansbach. zurück