Hofkunst

Der „Persianische Priester“ aus dem Porzellan- und Spiegelkabinett

 


Der „Persianische Priester von Silber, so von sich selbsten geht“ ist ein so genannter Tischautomat, der Anfang des 18. Jahrhunderts entstand. Die Figur ist aus getriebenem Silberblech und geschnitztem Elfenbein gefertigt. Eine Feder trieb das Rad an der Unterseite an. Die Figur rollte vorwärts und bewegte Kopf und Hände. Solche Automaten dienten dazu, Gäste zu belustigen und zu beeindrucken.

Die kostbare Figur ist eines der typischen Schatzkammerstücke, die die Gräfin Elisabeth Friederike Sophie von Hohenlohe-Weikersheim von ihrem Vater erbte oder aus ihrem Privatvermögen kaufte. Zu ihrer Sammlung gehörten außerdem kostbare Porzellane, Elfenbeinfiguren, mit Rubinen und Diamanten besetzt, darunter ein Scherenschleifer, zwei „Bockspfeifer“, ein Harlekin, oder gar „schwarz geschmelzte Mohren“, jene emaillierten Silberfiguren, exotische Völkerschaften darstellend.

Ihre Sammlung präsentierte sie im Porzellan- und Spiegelkabinett, das sie auf eigene Kosten bis 1718 einrichten ließ. Die Stücke standen auf kleinen Wandkonsolen oder Tischen mitten im Raum. Ihre Besucher konnten die gesammelten Schätze durch die Glastüren des Kabinetts besichtigen. Das einzigartige Porzellan- und Spiegelkabinett ist einer der schönsten und aufwendigsten Räume des Weikersheimer Schlosses.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook