Für einen formal streng angelegten Barockgarten wie den Weikersheimer Schlossgarten bedurfte es im 18. Jahrhundert eine Vielzahl an Gärtnern. Zwar oblag die Gestaltung des Schlossgartens und die Verantwortung über deren Umsetzung dem Hofgärtner, doch für den tatsächlichen Gartenbaubetrieb, für die Bepflanzung und Pflege der zahlreichen Rabatten, Beete und Bouquets wurde häufig weiteres Personal angestellt. Für Weikersheim nennt das Cammer-Cassa-Buch von 1739/40 drei Gärtnergesellen und einige Gartentagelöhner.
Sicherlich haben sich diese auch einmal von der anstrengenden Arbeit ausgeruht, wie dieser Zwerg es zeigt: mit dem rechten Ellebogen stützt er sich auf seinem Spaten ab und hält mit der Hand sein breites Doppelkinn. Die linke Hand hat er in sein offenes Hemd geschoben. Der Fuß ruht auf einem Buch.
Bei dem Buch handelt es sich sicherlich um das „Buch der Natur“, eine Enzyklopädie von Konrad von Megenberg aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Es gilt als die erste bedeutende, in deutscher Sprache erschienene, wissenschaftliche Abhandlung. In 16 Teilen und zahlreichen Unterkapiteln werden neben der Schöpfung, den Tieren, Bäumen, Heilkräutern, Planeten und Elementen, auch meteorologische und atmosphärische Phänomene, Edelsteine und Metalle, sowie Wunderquellen behandelt. Durch die Anführung vielerlei Sagen ist das Buch kulturgeschichtlich von großer Bedeutung.
So entpuppt sich der Faulpelz als philosophisch sinnierender Gärtner, der die Schöpfung und den Wechsel der Jahreszeiten mit seinem Spaten im Garten begleitet.