Am Weikersheimer Hof mussten zahlreiche Menschen versorgt werden. Von der Grafenfamilie bis zu den Knechten und Mägden erhielten etwa 100 Personen ihre täglichen Mahlzeiten aus der Hofküche. Viele der benötigten Lebensmittel wurden in der zum Hof gehörenden Landwirtschaft erzeugt. Andere mussten hinzugekauft werden. Die gängigen Lebensmittel kamen aus der näheren Umgebung, „Viktualien“ aus Hollenbach, Erbsen und Linsen aus Bütthard, Fische aus Forchtenberg und Salz aus Schwäbisch Hall. Aus Künzelsau bezog man Butter, Kälber, Geflügel, Fisch, Flusskrebse und auch Weinbergschnecken.
Meist wurden Knechte oder Taglöhner mit dem Transport bestellter Waren beauftragt. Hohenlohe war außerdem durch zwei Handelsrouten an den überregionalen Warenverkehr angeschlossen: Eine größere Straße verband in West-Ost-Richtung Heilbronn, Öhringen, Schwäbisch Hall und Dinkelsbühl. Eine Handelsverbindung zwischen Frankfurt und Augsburg verlief durch Mergentheim. Ob per Schiff auf Rhein und Main oder über die beschwerlichen Landwege: Sogar verderbliche Waren wurden über weite Strecken transportiert.
Immer wieder führen die Weikersheimer Rechnungen Austern auf, die – über eine Distanz von 550 Kilometern – aus Hamburg geliefert wurden. Das „Vollständige Küch- und Keller-Dictionarium“ von 1716 nennt dafür drei Möglichkeiten: „Man bringet sie zu Tisch entweder frisch in Schalen, und so sind sie am besten, aber an Oerter, die weit von der See liegen am theuersten. (...) Sie kommen auch frisch ausgeschnitten in Fäßgen mit ihrer eigenen Sauce eingemacht, die sind auch noch gut und kommen schon wolfeiler. Endlich wann man sie gar weit verführen oder eine Zeit lang conserviren will, hat man sie auch eingemacht in Fäßlein mit Salz, Pfeffer und Lorber-Blättern. Diese Art ist aber die schlechteste.“
Andere luxuriöse Lebens- und Genussmittel wurden vornehmlich auf der Frankfurter Messe gekauft. Hier gab es exotische Gewürze wie Muskat, Pfeffer, Kardamom, Nelken und Zimt, Rohrzucker in unterschiedlicher Qualität, Mandeln, Pistazien und Pinienkerne, Parmesan und Edamer Käse sowie nicht zuletzt Kaffee und Tee. Kaufleute brachten ganze Ladungen dieser Waren im Auftrag der Herrschaften von der Messe nach Weikersheim.