Der Kammerkassierer

 

Der Kammerkassierer

Als Voraussetzung für den Beruf des Kammerkassierers wurde Geschick, mathematisches Verständnis, Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit gefordert. Denn er war am fürstlichen Hofe zuständig für die Verwaltung der Hofkammer, der fürstlichen Güter, der Domänen und somit auch für die Aufrechterhaltung der Herrschaft des Fürsten. Er war der Einzige, der über den Schlüssel zur Hofkammer verfügte, in die er alle Abgaben des Volkes einbringen sollte.

Weiter gehörte zu den Aufgaben des Kammerkassierers auch die Buchführung über die Finanzen in die Rechnungsbücher der „Cammer-Cassa“. Diese enthielten die jährlichen Einnahmen und Ausgaben des Hofes, unterteilt in Rubriken wie zum Beispiel Besoldungen, Fuhrlohn, Hofkellerei oder Hofgärtnerei. Für diese Aufgabe wurde dem Kammerkassierer ein Gegenschreiber zugeteilt, der die Verwaltung überblickte. Das erstellte Verzeichnis musste dem Herrscher stets zur Rechenschaft vorgelegt werden.

In Weikersheim ergänzten sich Anfang des 18. Jahrhunderts bei der fürstlichen Vermögensverwaltung die Herren Gender und Strauß. 1740 jedoch kritisierte der Kammersekretär Johann Friedrich Bock die Arbeitsweise der Weikersheimer Kammer. Sie stelle keine effiziente Finanzverwaltung dar und es fehle eine Jahresfinanzplanung sowie ein transparentes Einnahme- und Ausgabensystem. Um für die daraus resultierende Finanzkrise eine Lösung zu finden, bildete Graf Carl Ludwig eine Kommission aus den leitenden Beamten von Kammer und Kanzlei.

Weitere Informationen zu Weikersheim
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook