In einer höfischen Gesellschaft durfte auch der Wachtmeister nicht fehlen. Der Grad eines Wachtmeisters war im Absolutismus der ranghöchste Unteroffizierdienstgrad. Er war als Ordnungshüter und Schutzmann nicht nur für die Verteidigung des Grafen und seiner Familie gegen äußere Angriffe verantwortlich, sondern sorgte auch gewissenhaft für die innere Sicherheit und Ruhe am Hofe. Denn wo über 100 Personen zusammenleben und arbeiten entstehen zwangsläufig auch hin und wieder Querelen oder Streitigkeiten.
Der kleine Wachtmeister in Weikersheim ist trotz seiner Größe in seiner Art nicht nur respekteinflößend. Sein gebieterischer Gesichtsausdruck zeigt an, dass er sich der wichtigen Aufgabe stets bewusst war, sein Blick zeugt von Kühnheit, Stolz und Angriffslust. Die Hand am Schwert erhält man sofort den Eindruck, dass er stets bereit ist für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Neben der Erledigung von Verwaltungsaufgaben oblag ihm die Kontrolle der Wachtposten.
Ein besonderes Kuriosum in der Weikersheimer Residenz bildete ein kleines Kontingent von Soldaten. Mit den Musketieren und Dragonern wollte der absolutistische Graf seine Souveränität über sein kleines Territorium untermauern. Diese Soldaten wohnten bei ihren Familien in der Stadt im sog. Bürgerquartier. Während die Musketiere am Schlosseingang Wachdienste versahen oder als Tagelöhner im Hofgarten arbeiteten, waren die Dragoner für Botengänge zuständig und bildeten eine reitende Polizeistreife.