Die Bewegungen und Gesichter sind ausdrucksstark, doch die Botschaft ist heute nicht leicht zu verstehen: Die steinernen Boten künden von der Größe des Hauses Hohenlohe und der Bedeutung des Grafen Carl Ludwig. Die Verherrlichung des Herrschers, zugleich der Schöpfer des Gartens, geschieht anhand von Geschichten aus der Welt der antiken Götter und Helden. Das umfangreiche Figurenprogramm gab der Graf bei der Künzelsauer Künstlerfamilie Sommer in Auftrag.
Von den beiden Pfeilern der Brücke über den Schlossgraben aus blickt der Besucher geradewegs über den Herkulesbrunnen und das Orangeriebassin auf die Orangerie. In deren Mittelachse stand ursprünglich das große, vergoldete Reiterstandbild, das Graf Carl Ludwig als Feldherrn mit Kommandostab zeigte – eine Andeutung seiner Heldentaten als Offizier 1702 im Spanischen Erbfolgekrieg?
Viele Figuren bevölkern den Garten: die vier Jahreszeiten, die vier Elemente und die vier Winde, die Planetengottheiten um den Herkulesbrunnen, unter anderem Merkur, Saturn, Apoll, Diana, Venus, Mars. Hierin lag der Reiz des Programms und seiner Symbolik für die gebildeten Zeitgenossen des Grafen: Beim Lustwandeln durch den Garten boten sich immer wieder neue Bezüge und Parallelen zwischen den antiken Götterfiguren und dem ruhmreichen Wirken des Auftraggebers.