Die Vogelansicht der Weikersheimer Schlosses zeigt das Schloss von Süden mit dem sich vor dem Schloss erstreckenden Schlossgarten und der östlich des Schlosses liegenden Stadt Weikersheim. Die Ansicht ist eine von über 70 Lambrisbemalungen, die den gesamten Weikersheimer Rittersaal umgeben. Sie zeigen neben 27 Blumenansichten in den Fensterlaibungen 51 Ansichten sowohl realer Burg- und Schlossbauten als auch idealtypischer Bauten. Entstanden sind die Ansichten vornehmlich in Anlehnung an französischen Stichvorlagen des späten 17. Jahrhunderts, unter anderen nach Israel Silvestre. Dazwischen erscheinen aber auch neben Schloss Weikersheim weitere Ansichten deutscher Schlösser, beispielsweise von Schloss Ludwigsburg. Die zahlreichen Burg- und Schlossansichten geben die Vorbilder für Schloss Weikersheim wieder bzw. stellen Schloss Weikersheim in eine Reihe mit diesen Bauten. Auch unter den Ansichten vertreten sind Dorf und Garten Schäftersheim bei Weikersheim sowie Tiergarten und Jagdschloss Carlsberg bei Weikersheim, beides ebenfalls im Besitz von Graf Carl Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim.
Die Lambrisbemalungen entstanden zwischen 1709 und 1716 und sind zweifellos das Hauptwerk der Thalwitzer Werkstatt in Schloss Weikersheim. Christian Thalwitzer aus Crailsheim war von 1709 bis 1733 in Weikersheim tätig. Er führte die Aufträge zusammen mit seiner Frau Sibylla Dorothea sowie einem Gesellen und einem Lehrjungen aus. Die Löhne wurden mit Geld, Brot und Wein pro Arbeitstag berechnet.