Ganz direkt und selbstbewusst schaut der 23-jährige Künstler den Betrachter an, seine rechte Hand mit dem Pinsel auf eine Mappe gestützt, aus der eine Zeichnung hervorlugt. Das 1752 entstandene Selbstporträt ist in Pastelltechnik ausgeführt. Mit dieser Arbeit bedankte sich Johann Georg Christoph Günther aus Ernsbach bei seinem Mäzen, dem Grafen Carl Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim: die Widmung auf der Rückseite spricht vom „unterthänigst-schuldigsten“ Dank „für die gnädigste Beförderung zu Erlernung der Zeichen- und Kupferstecherkunst“.
Der Pastellmaler war spätestens seit 1749 in Nürnberg tätig: Vielleicht auf der Suche nach Aufträgen mag das Geschenk an seinen Mäzen der Akquise gedient haben. Und tatsächlich bekam Günther 1753 vom Weikersheimer Grafenhof Aufträge für drei weitere Portraits: Graf Carl Ludwig ließ sich selbst, seine Frau und seine Schwiegermutter, Fürstin Sophia Louise von Oettingen, in Pastell malen.