Vor allem die Renaissance- und Barockzeit haben in Schloss Weikersheim während der gut eineinhalb Jahrhunderte dauernden Residenzzeit der Grafen von Hohenlohe-Weikersheim eindrucksvolle Bauten und eine reizvolle Gartenanlage hinterlassen.
Renaissance:
Der originelle dreieckige Grundriss des Weikersheimer Schlosses ist ein Beispiel für das zur Zeit des Manierismus um 1600 in Europa beliebte Experimentieren mit Grundrissformen.
Säle in der Art wie der Rittersaal in Schloss Weikersheim waren zu ihrer Zeit zahlreich, dennoch ragt dieser als einer der originellsten hervor. Noch dazu ist sein Erhaltungszustand sehr gut. Die Dekorationen der plastischen Hirsche, Rehe und jagdbaren Tiere waren in Dänemark und Schleswig-Holstein verbreitet. Wahrscheinlich hat der Stuckator Johann Schmidt während seiner Gesellenzeit diese Dekorationsweise gelernt, die er später auch noch in Schloss Gottorf übernommen hat.
Gut erhalten ist die Innenausstattung des Ostflügels mit den großzügigen Appartements, die die barocke Raumfolge und Ausstattung aufs beste konservieren.
Rokoko:
Den etwas schweren Barockformen der Jahre 1679-1684 wurden 1729 die im Halbkreis zur Stadt und zum Marktplatz sich öffnenden Arkadenbauten in Viertelkreisen beigefügt. Graf Ludwig Friedrich Carl, der Neffe Carl Ludwigs von Hohenlohe, ließ sich 1766 in Weikersheim ein Appartement in Rokokoformen einrichten.