Am Rande der eigentlichen Gartenanlage, zwischen dem Schloss und der Götterwelt des Gartenparterres, befindet sich auf einer Balustrade die berühmte Weikersheimer Zwergengalerie. Solch groteske Fantasiefiguren waren um 1700 sehr beliebt. In Weikersheim posieren sie jedoch nicht, wie an anderen Fürstenhöfen, als bucklige, lächerliche Gnome, sondern Graf Carl Ludwig (1674 - 1756) ließ hier seine Bedienstete darstellen: Neben dem Kellermeister und Kammerzofe sind Gärtnerin und Trommler zu entdecken. Mit zur Schau getragenen Tüchtigkeit repräsentieren die 16 Zwerge ihren Stand. Ihnen beigegeben sind Attribute ihrer Arbeit. Von Ferne betrachten sie das muntere Treiben der Schönen und Großen im Lustgarten, in den sie zwar Einblick, aber keinen Zutritt haben.
Johann Jacob Sommer lieferte vierzehn dieser Zwerge zwischen 1711 und 1712, wie die Cammer-Cassa-Rechnungen vermeldet: „ Vor 14 Stück bilter in garten so Zwerglen gestalt worden sind, Jedes à 8 Rh(einische) Daller Thut 168 fl“. Wann die beiden restlichen dazukamen ist nicht bekannt. Das Thema scheint aber so sehr gefallen zu haben, dass beim Ausbau des Lustschlosses Carlsberg ebenfalls Zwerge aufgestellt wurden. Heute sind diese ebenfalls im Weikersheimer Garten zu finden.