Schatzkästchen der Renaissance und des Barock

Schloss und Schlossgarten Weikersheim

HUMORVOLLE RARITÄTEN IM SCHLOSSGARTEN VON WEIKERSHEIM

DIE ZWERGENGALERIE

Auf der Balustrade am Beginn des Schlossgartens stehen die Zwerge, für die der Garten von Schloss Weikersheim berühmt ist. Die 16 lustigen Gestalten werden traditionell als Karikaturen des Weikersheimer Hofstaates bezeichnet. Porträts von realen Personen sind es aber wohl nicht.

Hofjägermeister, Figur im Schlossgarten Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Mit großer Adlernase: der Hofjägermeister.

DIE KÜNSTLERFAMILIE SOMMER

Der Künzelsauer Bildhauer Johann Jakob Sommer lieferte 14 der Zwerge zwischen 1711 und 1712. Die Abrechnungen haben sich bis heute erhalten. Durch diese alten Schriftstücke ist genau dokumentiert, woher die ungewöhnlichen Stücke stammen. Die Künstlerfamilie Sommer war über mehrere Generationen nicht nur in Schloss Weikersheim, sondern auch in den anderen Herrschaftsgebieten in Hohenlohe tätig.

EINZIGARTIGE WEIKERSHEIMER ZWERGE

Große Zwergenfiguren wie in Weikersheim sind sehr selten und in anderen Schlossgärten kaum erhalten. Es gibt es daher wenig Vergleichbares. Beliebt waren kleine Zwergenfiguren, die zusammen mit anderen Sammelobjekten in den Schlössern gezeigt wurden. Sie gehen fast immer auf Karikaturen des französischen Zeichners Jacques Callot zurück. Die Weikersheimer Figuren haben weder mit diesen Callot-Zwergen noch mit unseren heutigen Gartenzwergen etwas zu tun. Sie sind etwas ganz Besonderes!

Hofnarr, Figur im Schlossgarten Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Einer der kleinsten Zwerge: der Hofnarr.

ZWERGE ALS HOFPERSONAL

Hofzwerge oder Hofnarren gehörten zu einem gut ausgestatteten Hof: Vornehme Herrschaften schmückten ihren Hof mit „Gnomen“. Das 18. Jahrhundert nahm wenig Rücksicht auf die Würde des Menschen. Mit derbem Humor amüsierte sich die Gesellschaft ohne Scheu über Menschen mit Behinderungen. Am Grafenhof von Weikersheim lebte außerdem ein „Hofmohr“. Der Mann afrikanischer Herkunft wurde, als er nicht mehr benötigt wurde, an einen anderen Hof weiter verschenkt – wie ein Gegenstand.

Verschiedenste Figuren mit unterschiedlichen Rollen bevölkern den Schlossgarten.

Persönlichkeiten
Kunstwerke & Räume

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