Schatzkästchen der Renaissance und des Barock

Schloss und Schlossgarten Weikersheim

UNGEWÖHNLICHE MEISTERWERKE DER RENAISSANCE

DER ELEFANT

Den Elefanten von Schloss Weikersheim vergisst niemand, der ihn einmal gesehen hat. Eindrucksvoll und bedrohlich streckt er seinen Rüssel in den Rittersaal. Zusammen mit anderen großen Tierfiguren aus Stuck, alle um 1600 entstanden, schmückt er dort die obere Wandzone.

Wandgestaltung mit plastischen Hirschen, Rittersaal, Schloss Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Plastisch ragen die Tiere aus der Wand.

ELEFANTEN IN HOHENLOHE

Jagdbares Wild als Dekoration eines vornehmen Saales – das weist darauf hin, dass die Jagd das absolute Vorrecht des Adels war. Allein der Herrscher durfte jagen! Elefanten gehörten sicher nicht zum Wild, auf das die Grafen von Hohenlohe in ihren Wäldern trafen. Eher schon wollte sich Graf Wolfgang mit dem exotischen Tier schmücken: Seht her, ich herrsche über mehr Wesen, als ihr kennt! Vielleicht ist der Elefant aber auch ein Symbol, denn der Rittersaal ist voller Botschaften, die heute schwer zu deuten sind.

Ob zu Wasser oder an Land, Jagen war die Lieblingsbeschäftigung vieler Herrscher der Renaissance und des Barock.

KÜNSTLERISCHE BEZIEHUNGEN

Festsäle mit großen Tierfiguren kannte der Bildhauer Gerhard Schmidt aus seiner Heimat Niedersachsen. Künstler reisten – auch schon vor vier Jahrhunderten. Oft waren es ihre Auftraggeber, die sie innerhalb der Verwandtschaft weiterempfahlen. Einen kleineren Saal in Hohenlohe, ausgestattet von Schmidt und seinem Mitarbeiter Christoph Limmerich, findet man heute noch in Schloss Hermersberg. Dort ist der Schmuck allerdings einfacher.

TIPP

Der Elefant und die anderen Tiere gehören bei jeder Führung durch das Schloss dazu – unbedingt anschauen! Besonders für Kinder ist das Erlebnis Rittersaal immer wieder eindrucksvoll.

Persönlichkeiten
Arbeit & Vergnügen

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