Schatzkästchen der Renaissance und des Barock

Schloss und Schlossgarten Weikersheim

KOSTBARES GEHÄUSE FÜR EINE GROSSARTIGE SAMMLUNG

DAS SPIEGELKABINETT

Das Spiegelkabinett der Fürstin Elisabeth Friederike Sophie ist einer der aufwendigsten Räume in Schloss Weikersheim. Es war bereits 1718 vollendet und gehört somit innerhalb der deutschen Schlossbaukunst zu den frühesten Beispielen für einen solchen Raum.

Porzellanfigur vor Spiegel, Spiegelkabinett, Schloss Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Figurinen vor Spiegeln wirkten doppelt.

SCHATZKAMMER FÜR KOSTBARKEITEN

Die Fürstin stammte aus einer kunstsinnigen Familie und sammelte Kostbarkeiten: ostasiatisches Porzellan, Fayencen aus Ansbach, Miniaturen und raffinierte Figuren aus Silber und edlen Steinen. Das Kabinett war für die kostbarsten Stücke der richtige Rahmen. Die vielen Wandkonsolen boten Platz für Väschen und Figürchen, dazu kamen Tische, auf denen weitere Stücke stehen konnten. Durch zwei große Glastüren kann man vom Audienzzimmer aus in das Kabinett hineinblicken, wodurch es wie ein begehbarer Sammlungsschrank wirkt.

Asiatische Vase als Teil der Wandgestaltung, Spiegelkabinett, Schloss Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Asiatiasches Porzellan und Fayencen demonstrierten Reichtum.

ROT, GOLD UND SPIEGEL

Die Wände des Kabinetts sind mit rotem Seidendamast verkleidet. Auf dem Stoff montiert gliedern kunstvolle Ornamente die Wandflächen. Die versilberten und vergoldeten Bänder und Blattranken aus Lindenholz tragen runde Spiegelchen und kleine Konsolen. Der Entwurf für die Schnitzarbeiten des Kabinetts stammt vermutlich von den Bildhauern Sommer aus Künzelsau. Das Glas für die Spiegel bestellte Hofschreiner Johann Heinrich Vogt in der Spiegelberger Glashütte im Schwäbischen Wald.

DER "INDIANISCHE PRIESTER" ZUM AUFZIEHEN

Die Sammlungsstücke schmückten alle gräflichen Räume im Schloss. Im Spiegelkabinett standen auf Konsoltischen und Wandkonsolen besonders wertvolle Stücke. Darunter war auch so etwas Ungewöhnliches wie eine Automatenfigur aus Silber, der „indianische Priester“, der aufgezogen werden konnte und herumlief. Diese Rarität hat sich bis heute erhalten.

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