Besucher im Rittersaal, Schloss Weikersheim

Ein grosser Saal für ein bedeutendes Grafengeschlecht

Der Rittersaal

Der Rittersaal in Schloss Weikersheim, entstanden um 1600, ist so überwältigend reich ausgestattet, dass er viele Besuche lohnt. Trotz der riesigen Dimension von 40 Metern Länge kommt seine weite hölzerne Decke ohne Stützen aus. Sie hängt am Dachstuhl: ein technisches Meisterwerk.

Jagdszene, Detail aus der Wandvertäfelung, Rittersaal, Schloss Weikersheim

Reiche Jagdbeute war ein Statussymbol für den Herrscher.

Jagdlust und geheime Welten

Was im reich ausgestatteten Rittersaal als Erstes auffällt, sind die großen Tierfiguren an der Wand. Die lebensecht bemalten Stuckplastiken zeigen jagdbares Wild – nicht nur aus Hohenlohe. Dazu passen die Bilder an der Decke, 1601-1602 von Balthasar Katzenberger aus Würzburg geschaffen. Jedes Bildfeld zeigt eine Jagdszene. Manche der Bilder enthalten geheimnisvolle Anspielungen auf die Leidenschaft des Grafen Wolfgang II. für die Alchemie, eine frühe Form der Naturwissenschaften.

Blick auf den reich verzierten Kamin, Rittersaal, Schloss Weikersheim

Durch das große Portal ist der Prunkkamin zu sehen.

Vollkommener Herrscher, vornehme Herkunft

Auffallender Schmuck des Rittersaales sind das große Portal und der Prunkkamin mit ihren außergewöhnlichen Reliefs und Figuren. Die Kunstwerke aus der Zeit von Graf Wolfgang II. präsentieren ein politisches Programm. Sie zeigen in Symbolen, wie sich ein guter christlicher Herrscher verhalten soll. Ebenso auffällig sind die beiden liegenden Figuren an der Stirnwand. Sie gehören zum großen Stammbaum, der die Abkunft des Grafen – und damit seinen Anspruch auf eine hohe Stellung im Reich – verbildlichen soll.

Große Wanduhr, Rittersaal, Schloss Weikersheim

Das Gehäuse der großen Uhr ragt über fünf Meter hoch.

Barocke Ergänzungen

Graf Carl Ludwig ließ am Beginn des 18. Jahrhunderts den prächtigen alten Saal noch weiter schmücken. In der Sockelzone, Lambris genannt, kamen ungewöhnliche Wandvertäfelungen mit Ansichten von europäischen Schlössern und Gärten dazu. Sie zeigen Orte, die der Graf in seiner Jugend besucht hat, aber auch einen Blick auf das Schloss und den ersten barocken Garten von Weikersheim. Eindrucksvoll sind der riesige Silberleuchter aus Augsburg und die kunstvolle Uhr mit ihren vielen Figuren.

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