Orgelempore, Schlosskapelle Weikersheim

Edler Andachtsraum des protestantischen Grafen

Die Schlosskapelle

Die Schlosskapelle von Weikersheim, 1600 vollendet, ist von protestantisch schlichter Vornehmheit. Schwarze Säulen tragen die Empore, der Rest ist in Weiß und Gold gehalten. Beim näheren Betrachten entpuppt sich der Kirchenraum als ein besonderes Schmuckstück der Renaissance.

Blick in den Kirchenraum der Schlosskirche Weikersheim

Schlicht und schön: die Kapelle.

Die Herrschaft sitzt in der Loge

Eine Empore umzieht auf drei Seiten den Raum. Auf der Ostseite befindet sich die Herrschaftsloge für die gräfliche Familie mit verglasten Fenstern. Die Orgel auf der direkt darunter liegenden Orgelempore ist ein kostbares historisches Instrument aus dem 18. Jahrhundert. Die zweistöckige Kapelle liegt im Saalbau und schließt hier an den Rittersaal an. Von außen erkennt man den Sakralraum nicht, seine Fenster richten sich nach der Stockwerkseinteilung des übrigen Schlosses.

Bilder nicht gewünscht

Die Schlichtheit der Kapelle hat ihren Grund. Graf Wolfgang war ein streng gläubiger Protestant und stand daher Bildern im Kirchenraum ablehnend gegenüber. Die Emporenbrüstungen tragen dennoch zehn große, figurenreiche Reliefs. Der Bildhauer Gerhard Schmidt stellt hier auf zehn doppelten Feldern biblische Geschichten aus dem Alten und dem Neuen Testament gegenüber.

Jedes Jahr findet in der Schlosskapelle ein Gottesdienst statt, bei dem die biblischen Darstellungen der Reliefs das Thema der Predigt sind – ein ungewöhnliches Erlebnis im historischen Kirchenraum. 

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