Panoramablick vom Herkulesbrunnen auf Schloss Weikersheim

Reisen, kostbare Möbel und teure Lebensmittel

Die Sparvorschläge

Lebenslang über die Verhältnisse gelebt – da waren Sparvorschläge wenig willkommen. Die Hofverwaltung schlug der Familie Einsparungen vor: „Wenn der Trompeter mit Tod abgehet, so könnte deßen Stelle auch unersezt bleiben.“ Antwort des Grafen: „Ja! Und zwar je ehender Je beßer.“

Gedeckter Tisch im Tafelzimmer, Schloss Weikersheim

In einem Grafenhaushalt war die Tafel reich gedeckt.

Zucker kostet Geld

1740 waren in Weikersheim die Kassen so leer, dass die fürstlichen Räte, die Hof- und Landesverwaltung, Vorschläge ausarbeiteten, um den Haushalt zu sanieren. Dabei gingen die Räte ins Detail und prangerten sogar Verschwendung im Schloss beim teuren Zucker und Kaffee an. Die gräfliche Familie bezog Stellung: je nach Thema zuerst Carl Ludwig, dann Elisabeth Friederike Sophie, zum Schluss Albrecht Ludwig Friedrich.

„Pflichtgemässe Bedenken“

Das Sparkonzept hat sich bis heute erhalten. Die „Pflichtgemäßen Bedenken“ sind ein umfangreiches Heft mit handschriftlichen Vorschlägen der Räte. Sie schreiben zugleich „untertänigst“ und doch sehr klar, wie die viel zu hohen Kosten der Hofhaltung reduziert werden können. Hinter den einzelnen Punkten stehen jeweils, ebenfalls von Hand geschrieben, die Antworten der gräflichen Familie.

Portrait der Fürstin Elisabeth Friederike Sophie

Die stolze Fürstin half Carl Ludwig nicht aus der Patsche.

Typisch reiches Söhnchen

Carl Ludwig zeigte sich als Herrscher und Landesvater hin- und hergerissen zwischen dem Willen zu repräsentieren und der Einsicht in die Notwendigkeit des Sparens. Gräfin Elisabeth Friederike Sophie war offensichtlich eine Fürstin mit wenig Entgegenkommen – und eigenem Geld. Und Albrecht Ludwig Friedrich zeigte sich arrogant als Erbgraf mit Standesbewusstsein, Ansprüchen und gar keiner Neigung, sich einzuschränken.

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