Schatzkästchen der Renaissance und des Barock

Schloss und Schlossgarten Weikersheim

FRÜHE FORM DER NATURWISSENSCHAFT

ALCHEMIE IN WEIKERSHEIM

Die Alchemie war um das Jahr 1600 ein Interessensgebiet des Grafen Wolfgang II. von Hohenlohe. Er ließ angrenzend an die Schlossmauer ein großes Laboratorium errichten und erforschte dort chemische Prozesse.

Portrait Graf Wolfgang II.; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Alchemistische Forschungen waren unter Herrschern sehr beliebt.

WICHTIGES FORSCHUNGSGEBIET

Mit seiner Leidenschaft für die Alchemie war Graf Wolfgang II. nicht allein. Die Vorläuferin der modernen Chemie und der Pharmakologie war ein Forschungsgebiet, auf dem sich viele Landesherren seiner Zeit betätigten. Der Herzog von Württemberg, der Landgraf von Hessen und Kaiser Rudolf in Prag: Sie alle beschäftigten sich mit der Alchemie, der zugleich geheimnisvollen Kunst und frühen Form der Naturwissenschaft.

Büste von Aristoteles. Marmor. Römische Kopie nach dem griechische Bronze-Original von Lysippos, um 330 vor Chr. Der Alabaster-Mantel ist eine Ergänzung in der Moderne; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Bereits in der Antike begründet.

LEHREN DES ARISTOTELES ALS GRUNDLAGE

Die Alchemie war theoretisch untermauert und gestützt durch maßgebliche Autoritäten, etwa durch die Lehren des Aristoteles, des antiken Vaters aller Wissenschaften. Aus seinen Schriften ließ sich ableiten, dass man durch entsprechende Verfahren aus unedlen Stoffen Gold herstellen konnte. Gold, so viel man wollte, war für die Fürsten höchst attraktiv. Denn Reichtum aus der Retorte machte unabhängig von den Bodenschätzen des Landes und verhieß Macht, Glanz und Einfluss.

Laborraum Schloss Weikersheim, Kupferstich um 1580; Foto: Deutsches Museum München

Graf Wolfgang II. war bekannt für sein Wissen um die Alchemie.

MEHR ALS EIN FÜRSTLICHER ZEITVERTREIB

Für Graf Wolfgang II. war ein Wissenschaftler und renommierter Alchemist. Sein Hauptinteresse galt den chemischen Analysen, mit denen er etwa Bodenschätze seiner Grafschaft bestimmen konnte. Die Bodenschätze eines Landes zu finden, war natürlich für die Staatskasse von Vorteil. So war einer der Hauptarbeitsbereiche des Alchemisten, den Gehalt von verwertbaren Metallen in Erzproben zu bestimmen.

Blick in die Alchemie-Ausstellung in Schloss Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Monika Menth

Ein Nachbau des Labors ist heute in Weikersheim zu sehen.

FORSCHUNGEN GUT DOKUMENTIERT

Über die alchemistische Tätigkeit Graf Wolfgangs II. weiß man sehr gut Bescheid, da sich ungewöhnlich viele Zeugnisse seines Wirkens erhalten haben. Historische Quellen machten es möglich, sein Labor einschließlich zweier chemischer Öfen nachzubauen und die umfangreiche Bibliothek zu rekonstruieren. Sogar die eigenhändigen Notizen des forschenden Grafen zu seinen Experimenten haben sich, neben Listen von Chemikalienbestellungen und Abrechnungen für den Laborbau, in einem Kalender erhalten.

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TIPP

Die Dauerausstellung "Alchemie" in Schloss Weikersheim wurde mit der Unterstützung der Staatlichen Toto Lotto GmbH Baden-Württemberg realisiert. Sehen Sie sich auch die anderen Projekte an, an denen Toto Lotto beteiligt war: 

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