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Schatzkästchen der Renaissance und des Barock

Schloss und Schlossgarten Weikersheim

Schloss und Schlossgarten Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende
Ein Spezialist im Auftrag des Sonnenkönigs

Französische

Gartenkunst

Er gilt als einer der bedeutendsten Gartenarchitekten des Barock: Der Franzose André Le Nôtre (1613–1700) schuf mit den barocken Gärten von Versailles ein Vorbild, das in ganz Europa nachgeahmt wurde. Im barocken Schlossgarten von Weikersheim ist dieser französische Einfluss sichtbar.

Schlossgarten Versailles; Foto: Pixabay

Ein Broderieparterre im Schlossgarten von Versailles.

Ausdruck königlicher Macht

Für seinen Garten in Versailles engagierte König Ludwig XIV. von Frankreich 1662 den Gartenarchitekten André Le Nôtre, ein Meister seines Faches. Die Anforderungen waren hoch – der Garten des Sonnenkönigs sollte alle anderen in den Schatten stellen. Bei der Gestaltung des Gartens beschäftigte Le Nôtre mehrere hundert Arbeiter: Es mussten Kanäle gegraben, Brunnen ausgehoben und Erdreich bewegt werden. So wurde der Barockgarten ein ganz und gar künstliches Gebilde – die Zähmung der Natur in eine strenge Ordnung sollte die absolutistische Macht des Königs zeigen.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Kreisparterre und Schloss; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Das Kreisparterre im Schlossgarten Schwetzingen folgt dem französischen Vorbild.

Barocke Kunst im Garten

Disziplinierte Regelmäßigkeit und unaufhörliche Abwechslung – das war das Grundprinzip des französischen Barockgartens. Dabei war die Optik von einer Symmetrie geprägt, die Schloss, Garten und Umgebung umfasste und ein architektonisches Gesamtkonzept ergab. Ein typisches Gestaltungselement waren die Beete. Sie wurden mit kunstvoll angelegten Ziermustern aus in Form geschnittenen Sträuchern und bunten Kiesflächen angelegt – Broderien genannt, da sie zierlichen Stickereien, französisch „broderie“, glichen.

Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Ansicht Weikersheim, Lambrisbild im Rittersaal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Gemälde vom Schlossgarten in Weikersheim um 1712, noch ohne Orangerie.

Der Traum von Versailles

Graf Carl Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim hatte auf seinen Reisen französische Gärten gesehen und wollte ab 1708 den Schlossgarten entsprechend gestalten. Zeitgenossen berichten, er habe „die Anlage des vortrefflichen welt-berühmten Garten-Werks allhier gemachet.“ Die Grundgliederung des Gartens erfolgte durch ein großes Achsenkreuz. Die ruhigen Wegflächen fanden einen Ausgleich in der verspielten Ornamentik der Broderien. Mit Springbrunnen, Beeten und unzähligen Figuren folgte die Anlage des barocken Gartens französischen Gartentheorien.

Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Jupiterstatue und Orangerie; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Barbara-Erbsen-Haim

Der antike Gott Jupiter symbolisiert Macht und Stärke des Herrschers.

Unterhaltung im Garten

Für die höfische Unterhaltung im Garten sorgte eine Vielzahl von Pavillons, Wasserspielen und Naturtheatern, Menagerien und Labyrinthen. Ebenfalls unterhaltsam für die Gäste im Garten waren die vielen Skulpturen, die die Gartenanlagen – in Versailles ebenso wie in Schwetzingen oder Weikersheim prägten. Die Figuren erzählten häufig die Geschichte von Helden und Göttern aus der antiken Mythologie – deren Tugenden dem barocken Herrscher zugeschrieben wurden. Im Weikersheimer Schlossgarten ist das Figurenprogramm fast vollständig erhalten.

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