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Schatzkästchen der Renaissance und des Barock

Schloss und Schlossgarten Weikersheim

Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Archivraum, Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
ADLIGE ERINNERSKULTUR

DIE GRAFEN VON HOHENLOHE

Erinnerung spielte für die meisten Menschen, insbesondere aber für den Adel eine wichtige Rolle: Je älter ein Geschlecht, desto vornehmer. Je größer die Taten der Vergangenheit, desto strahlender der Ruhm in der Gegenwart. Die Herren und Damen von Hohenlohe stehen beispielhaft für diese Erinnerungskultur.

Graf Albrecht von Hohenlohe und Ziegenhain, 1490, Hohenlohe-Zentralarchiv; Foto: Wikimedia Commons, Urheber unbekannt

Erinnerung an „Albrecht Grave von Hohenloe zu Ziegennhayn unnd zu Nydda“.

ZUKUNFT BRAUCHT VERGANGENHEIT

Was darf nicht vergessen werden? Glücks- oder auch Unglücksmomente, Erfolge und Misserfolge, Freunde und Familie? Erinnerung ist nicht nur in die Vergangenheit gerichtet, sie beschränkt sich auch nicht bloß auf das Hier und Jetzt, sondern weist auch in die Zukunft. Beispielhaft hierfür stehen die Erinnerungsstücke Graf Wolfgangs II. von Hohenlohe. Mit ihnen versicherte er sich seiner Herkunft und erinnerte an die eigene Geschichte. So sicherte er den herrschaftlichen Anspruch seines Geschlechts.

Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Rittersaal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Zwei Stammbäume flankieren den Prunkkamin im Rittersaal.

DIE AHNENTAFEL DERER VON HOHENLOHE

Der prächtige Rittersaal diente als Festsaal von Schloss und Schlossgarten Weikersheim. Die ganze Seite der westlichen Saalwand dient als Erinnerungsstück ein. Neben dem grauen und goldenen Kamin findet sich Stammbäume. Fünf Generationen gehen von Graf Wolfgang II. von Hohenlohe-Weikersheim (1546-1610) und von Gräfin Magdalena (1547-1633) von Nassau-Katzenellenbogen aus. Der Stammbaum war für die Grafen von Hohenlohe besonders wichtig, zeigte er doch ihre adlige Abstammung und ihren herrschaftlichen Stand.

Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Treppenraum, Wappen an der Decke; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Das Wappen von Hohenlohe-Nassau dient als Abschluss der Spindeltreppe.

ERINNERUNG AN EINE ZUKUNFSTRÄCHTIGE VERBINDUNG

Im Küchenbau von Schloss Weikersheim findet sich ein besonderes Erinnerungsstück. An der Decke der „Schnecke“, einer kunstvollen Wendeltreppe, prangt ein Allianzwappen. Es dokumentiert und erinnert an die zukunftsträchtige Verbindung von Gräfin Magdalena von Nassau-Katzenelnbogen mit Graf Wolfgang II. von Hohenlohe. Die Wappen der beiden Adligen wurden hierfür miteinander verschmolzen. Fünf Helme, Federn und Blätter zieren die Darstellung aus Stuck, eingerahmt wird sie von einem Früchtekranz.

Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Tumba Graf Wolfgangs II.; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Inszenierung im Tod: die Prachttumba Graf Wolfgangs II. und seiner Frau.

EIN ADELIGES HOCHGRAB

Als Graf Wolfgang II. die Herrschaft Weikersheim erbte, baute er hier sein Residenzschloss. Außerdem benötigte er eine eigene Grablege für seinen Zweig der Familie. Dafür ließ er ab den 1590er-Jahren eine Gruft in der Evangelischen Stadtkirche St. Georg herrichten. Seine Tumba, ein Hochgrab, gab er schon zu Lebzeiten in Auftrag. Bis zum Aussterben der Linie Hohenlohe-Weikersheim im 18. Jahrhundert wurden in der Stadtkirche alle Mitglieder der Familie bestattet. Heute ist die Tumba Graf Wolfgangs II. in einem Nebenraum von Schloss Weikersheim zu sehen.

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