Skip to main
Joyau de la Renaissance et du Baroque
Château et parc de Weikersheim

lundi, 11. mai 2020

Château et Parc de Weikersheim | Généralités 16. Mai 1633: Gräfin Magdalena, prägend für Weikersheim und die Grafschaft, stirbt

Der 16. Mai ist der Todestag einer Landesmutter, die Weikersheim und Hohenlohe vor 400 Jahren prägte: 1633 starb am 16. Mai im ehrwürdigen Alter von 85 Jahren Gräfin Magdalena von Hohenlohe, geborene Nassau-Katzenelnbogen. 1567 hatte sie Graf Wolfgang II. von Hohenlohe geheiratet. Sie war hochgebildet und tief religiös, zugleich tatkräftig und – modern!

EINE LUTHERISCHE FAMILIE

Magdalena, 1547 geboren, entstammte der einflussreichen Adelsfamilie der Grafen von Nassau-Katzenelnbogen und wurde lutherisch erzogen. In der europäischen Politik des 16. und 17. Jahrhunderts war ihre Familie äußerst einflussreich: Ihr Bruder spielte eine zentrale Rolle bei den konfessionell ausgelösten Konflikten und war ein bekannter Anführer der protestantischen Seite. Berühmt wurde er als Wilhelm I. von Oranien: Er war einer der Protagonist im Kampf der protestantischen Niederlande um ihre Unabhängigkeit. Magdalena war tief religiös und wandte sich, wie schon ihre Mutter, den Lehren des Reformators Johannes Calvin zu.

 

EIN EHEMANN AUS HOHENLOHE

Als Gräfin Magdalena und Graf Wolfgang II. 1567 heirateten, war in der Grafschaft seit einem Jahrzehnt die Reformation durchgeführt. Ihr Mann bemühte sich um eine Neuordnung des Landes mit Hilfe zahlreicher Reformen – nicht nur im kirchlichen Bereich. Dabei orientierte er sich an den Ideen des Calvinismus, wie die Gräfin, die ja aus einer calvinistisch geprägten Umgebung kam. Ihr Einfluss auf Graf Wolfgang II. in religiösen Dingen zeigt sich etwa in den Kirchenordnungen, die ihr Ehemann für Hohenlohe erließ.

 

NATURKUNDLICHES WISSEN IN EINEM BUCH DOKUMENTIERT

Die Gräfin hatte einen eindeutigen Interessensschwerpunkt: die Naturheilkunde und die Naturwissenschaften. Für Weikersheim war das von großem Vorteil, denn sie richtete im Schloss eine Apotheke ein und legte einen Garten mit Heilkräutern an. Aus ihren Studien entstand ein Arzneibuch, in dem sie auf über 600 Seiten Rezepte und die Ergebnisse ihrer Beobachtungen und Untersuchungen niederschrieb. Magdalenas Interesse mag von ihrer Mutter angeregt worden sein, die ebenfalls ein Buch mit medizinischen Rezepturen verfasst hatte. Und das Interesse an Naturwissenschaften verband sie mit ihrem Ehemann Graf Wolfgang II., der sich mit der Alchemie, einer Vorform der heutigen Naturwissenschaften beschäftigte. Dafür ließ er an der Schlossmauer eigens ein Laboratorium errichten. Das Gebäude ist längst abgebrochen, auf seiner Grundfläche befindet sich heute der Alchemiegarten.

 

HARMONISCHES HERRSCHERPAAR

Aber auch in der Lenkung und Verwaltung der Grafschaft engabierte sich Gräfin Magdalena. Viele Rechnungen tragen ihre Unterschrift – offenbar von gleicher Gültigkeit wie die ihres Ehemannes. Das moderne Selbstverständnis des Grafenpaares war praktischer Ausdruck der calvinistischen Theologie, die ihre Lebensführung prägte. Der Hofprediger bestätigte die harmonische Ehe des Grafenpaares und bemerkte im Jahr 1610, dem Jahr, in dem Graf Wolfgang starb: „Es haben solche beyde Grävenliche Eheleut ... zu Liebs- unnd Leidtszeiten ihre Eheliche pflicht einander so treulich geleistet, daß in ihrem Alter auß hertzlicher liebe je eines mit dem andern begehrte zu sterben.“

 

DER WITWENSITZ IN ÖHRINGEN

Gräfin Magdalena hatte eine stabile Gesundheit. 14 Kinder brachte sie zur Welt, sechs Jungen und acht Mädchen – selbst für ihre Zeit eine große Kinderschar. Trotz dieser Strapazen lebte sie 23 Jahre länger als ihr Mann. Als Witwe, so war es im Ehevertrag festgelegt, konnte sie zwischen den Schlössern von Öhringen und Schrozberg als Wohnsitz wählen. Sie entschied sich für Schloss Öhringen, wo sie 1633 starb.

 

Service und Informationen

Schloss Weikersheim

Schloss Weikersheim ist wieder geöffnet ab Dienstag, 12. Mai 2020; täglich 10.00 bis 17.30 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr.

Bei einem freien Rundgang ist der Rittersaals und das Vorzimmers zum Rittersaal zu sehen. Führungen können nicht angeboten werden.

 

Schlossgarten Weikersheim

Geöffnet seit Dienstag, 7. Mai 2020; täglich 10.00 bis 17.30 Uhr

Besondere Hinweise: Höchstens 400 Personen gleichzeitig, Ausstellungen „Alchemie“ und „Wasserkunst und Götterreigen“ sowie Pflanzenpräsentation „Alchemie- und Hexengarten“ bleiben geschlossen.

WEITERE INFORMATIONEN
Schloss und Schlossgarten Weikersheim
Marktplatz 11
97990 Weikersheim
Telefon +49 (0) 79 34 . 9 92 95 - 0
info@schloss-weikersheim.de

Download et Photos