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A Renaissance and Baroque delight

Weikersheim Palace and Garden

Wednesday, 4 September 2019

Weikersheim Palace | Exhibitions

14.–22. September: „Technik mit Geschichte“ in Schloss Weikersheim

Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg laden dazu ein, „Technik mit Geschichte“ kennen zu lernen. Vom 14. bis 22. September, eine gute Woche lang, stehen zum ersten Mal die Zeugnisse des technischen Fortschritts im Mittelpunkt des Programms in den historischen Monumenten des Landes. Auch Schloss Weikersheim ist dabei mit seiner erstaunlichen Geschichte als „Hotspot“ der frühen Naturwissenschaft: Um 1600 forschte mit Graf Wolfgang II. von Hohenlohe-Weikersheim ein führender Alchemist der Zeit im Schloss. Eine besondere Führung am 15. September erschließt dieses Kapitel der Hohenloher Geschichte. Insgesamt machen neun Schlösser, Klöster und Gärten zwischen Kurpfalz und Bodensee mit und bieten Führungen an, bei denen man zum Teil Orte betritt, die sonst nur selten sichtbar werden. Eine Übersicht über die vielfältigen Veranstaltungen findet sich im Internetportal der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg www.schloesser-und-gaerten.de.

CHEMIELABOR IN SCHLOSS WEIKERSHEIM
Die Alchemie war um das Jahr 1600 ein bahnbrechendes Forschungsgebiet und eröffnete das Feld der heutigen Naturwissenschaften. Graf Wolfgang II. von Hohenlohe-Weikersheim war ein renommierter Fachmann und er ließ sich sogar ein ganzes Laborgebäude errichten. Daran erinnert die Alchemie-Ausstellung in Schloss Weikersheim. Auf der Fläche des Labors befindet sich heute der „Alchemiegarten“. „Alchemie in Weikersheim“ lässt sich am Sonntag, 15. September 2019 um 11.00 Uhr bei der Führung „Einmal Alchemist sein“ erleben.

 

GEHEIMNISVOLLE SCHÄTZE

Die Alchemisten waren neugierig: Sie wollten die Natur erforschen, Gold herstellen oder gar den „Stein der Weisen“ finden. Das Herzstück der Ausstellung „Alchemie in Weikersheim“ ist das Laboratorium, in dem der Naturforscher Graf Wolfgang II. von Hohenlohe geheimnisvolle Experimente durchführte. Im Rahmen der Technikwoche erhalten Besucherinnen und Besucher am 15. September Einblicke in die geheimnisvolle Welt der Experimente mit Tiegeln und Destille Einblicke vor über 400 Jahren. Schloss und Schlossgarten Weikersheim sind voller Schätze. Neben Listen von Chemikalienbestellungen und Abrechnungen für den Laborbau sind sogar noch einige Notizen zu den Experimenten von Graf Wolfgang II. erhalten, die mittlerweile in der einstigen Schlossküche ausgestellt sind. Historische Quellen machten den Nachbau zweier chemischer Öfen und die Rekonstruktion der Bibliothek möglich.

 

AVANCIERTE TECHNIK SEIT DEM MITTELALTER IN MAULBRONN
Dass auch die ehemaligen Klöster des Landes einiges zur Geschichte der Technik zeigen können, erstaunt nur auf den ersten Blick. Aber die großen Ordensniederlassungen des Mittelalters waren durchweg prosperierende Wirtschaftsbetriebe. Im UNESCO-Denkmal Maulbronn lassen sich im Kloster und in seiner Umgebung die raffinierten Be- und Entwässerungssysteme der mittelalterlichen Zisterziensermönche bei einem fachkundig geleiteten Spaziergang am 22. September erleben. Der Orden mit seinen europaweiten Verbindungen integrierte hydraulische Kenntnisse und Bewässerungstechnik aus dem arabischen Raum – und die Zisterzienserklöster entwickelten sich durch diesen Wissensvorsprung zu landwirtschaftlichen Musterbetrieben im großen Maßstab.

 

STATIK UND BRANDSCHUTZ IN KLOSTER SALEM
Statik und Konstruktionstechnik – wie weit hier im Mittelalter die Kenntnisse reichten, zeigt ein Blick auf die enormen Dachstühle der alten Kirchen. In Kloster Salem hat sich der Dachstuhl des Münsters erhalten – mit einer hölzernen Konstruktion, die bis heute aus Balken der Zeit um 1300 besteht! Bei Führungen am 14. und 15. sowie am 21. und 22. September erlebt man dieses herausragende 700 Jahre alte technische Meisterwerk. Ebenfalls in Kloster Salem hat sich eine der ältesten transportablen Feuerspritzen erhalten: Ein verheerender Klosterbrand am Ende des 17. Jahrhunderts war der Anlass, den Brandschutz im Kloster auf den neuesten Stand zu bringen. Das Feuerwehrmuseum zeigt herausragende Beispiele aus der Geschichte der Brandbekämpfung – ein Erlebnis für die ganze Familie.

 

STERNENKUNDE UND ORGELBAU IN OCHSENHAUSEN
Mit der Erforschung des Himmels befasste man sich in Kloster Ochsenhausen: Am Ende des 18. Jahrhunderts gab der damalige Abt den Auftrag, eine Sternwarte nach neuestem Kenntnisstand einzurichten. Der „Azimutal-Quadrant“, das Instrument, mit dem die Gestirnbahnen vermessen wurden, hat sich erhalten. Bei Führungen am 17. und 20. September wird er vorgeführt – zusammen mit einem anderen technischen Meisterwerk in Ochsenhausen, der berühmten großen Gabler-Orgel in der Klosterkirche.

 

SCHWETZINGEN: AUSGEKLÜGELTES WASSERSYSTEM
Für die vielfältigen Brunnen, Fontänen und Kaskaden, künstlichen Bäche und Kanäle im Schwetzinger Schlossgarten war ein ausgeklügeltes System aus Rohren, Pumpstationen und Wasserwerken notwendig. Besonders spektakulär: Gleich zwei Pumpwerke aus dem 18. Jahrhundert sind erhalten geblieben. Sie gelten als die ältesten noch erhaltenen Wasserversorgungsanlagen der Neuzeit gelten. Führungen erschließen diese Technikdenkmale von besonderem Rang am 15., 19. und 22. September. Ebenfalls lohnend in Schwetzingen: Hier gibt es einen der ältesten Blitzableiter am Schloss. Und die Technik der Gartenbearbeitung dokumentiert das Handwerkermuseum. Dort findet eine besondere Führung am 19. September statt.

 

DIE ÄLTESTE ERHALTENE THEATERTECHNIK IN LUDWIGSBURG

Das Residenzschloss Ludwigsburg birgt die älteste erhaltene Bühnenmaschinerie. 1758 ließ Herzog Carl Eugen von Württemberg in den Theaterbau Bühnen- und Zuschauerhaus einbauen. Es ist heute eines der ältesten erhaltenen Schlosstheater der Welt – und die originale Bühnenmaschinerie ist die älteste überhaupt erhaltene. Der sekundenschnelle Wechsel des Bühnenbildes bei offenem Vorhang versetzte die Zuschauer des 18. Jahrhunderts in ungläubiges Staunen. Möglich wurde dieses Wunder der Technik durch eine ausgeklügelte Maschinerie. Eine einzige zentrale Achse, der sogenannte Wellbaum, macht es möglich, dass ein einzelner Mensch das gesamte Bühnenbild samt Vorhang bewegen kann. Die raffinierte Bühnentechnik kann bei einer Führung am 22. September in Schloss Ludwigsburg erlebt werden.

 

INNOVATIV IN KONSTRUKTION UND MATERIAL: KARLSRUHE
Die Gewächshäuser des fürstlichen Gartens in Karlsruhe entstanden ab 1853 nach den Entwürfen des Baudirektors Heinrich Hübsch, zuerst, wie damals üblich, als Holz-Glas-Konstruktionen errichtet. Integrierte Lüftungsflügel und ausbaubare Glasflächen ermöglichten eine unterschiedliche Temperierung der Häuser. Das Holz der Tragelemente wurde bereits 1862 durch ein widerstandsfähigeres Material ersetzt: das innovative „Flusseisen“. Ab dem frühen 20. Jahrhundert wurde das Flusseisen als Stahl bezeichnet. Eine Führung am 15. September schärft den Blick für die wegweisende Bautechnik im Botanischen Garten.

 

AVANTGARDE DER KÜCHENTECHNIK IN BEBENHAUSEN

Zweimal im Jahr lud König Wilhelm II. zur Jagd nach Bebenhausen. Die vornehme Gesellschaft speiste ausführlich, wie dies der Küche der reichen „Gründerzeit“ entsprach. Für den kulinarischen Anspruch brauchte es gastronomisches Hightech: Die königliche Schlossküche hat sich bis heute im Untergeschoss des Kapff’schen Baus erhalten. Auf 185 m² richtete man in den Jahren 1914 bis 1916 eine Küche auf dem neuesten Stand der Technik ein – einschließlich Speisenaufzug und Kühlkammer. Führungen am 22. September präsentieren die Raffinessen.

 

ALLE DATEN IM INTERNETPORTAL

Mehr über die Aktionswoche der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg „Technik mit Geschichte“ bietet das Internetportal www.schloesser-und-gaerten.de. Dort finden sich auch alle Termine. Für die besonderen Führungen wird wegen der beschränkten Teilnehmerzahl eine Anmeldung bei der jeweiligen Verwaltung des Klosters oder Schlosses dringend empfohlen.

 

Service und Information

Sonntag, 15. September 2019, 11.00 Uhr

Einmal Alchemist sein

Die geheimnisvolle Welt der Experimente mit Tiegeln und Destille

Führung durch die Ausstellung „Alchemie in Weikersheim“ im Rahmen der Technikwoche vom 14. bis 22. September 2019

 

PREIS

Erwachsene 10,00 €, ermäßigt 5,00 €, Familien 25,00 €

 

INFORMATION UND ANMELDUNG

Schloss und Schlossgarten Weikersheim

Marktplatz 11

97990 Weikersheim

Tel. 079 34. 9 92 95 - 0

info@schloss-weikersheim.de

 

TEILNEHMENDE MONUMENTE:

Kloster und Schloss Bebenhausen

Schloss Heidelberg

Botanischer Garten Karlsruhe

Residenzschloss Ludwigsburg

Kloster Maulbronn

Kloster Ochsenhausen

Schloss und Kloster Salem

Schloss Schwetzingen

Schloss Weikersheim

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Graf Wolfgang II.

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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Schuler

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Schloss und Schlossgarten starten mit reichem Programm in die neue Saison

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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Uschi Wetzel

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