Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Spiegelkabinett

KOSTBARES GEHÄUSE FÜR EINE GROSSARTIGE SAMMLUNGDAS SPIEGELKABINETT

Das Spiegelkabinett der Fürstin Elisabeth Friederike Sophie ist einer der aufwendigsten Räume in Schloss Weikersheim. Es war bereits 1718 vollendet und gehört somit innerhalb der deutschen Schlossbaukunst zu den frühesten Beispielen für einen solchen Raum.

Teil der Repräsentationsräume der Fürstin

Die Fürstin Elisabeth Friederike Sophie war die ranghöchste Person am Hof in Weikersheim und daher stand ihr neben einem privaten Appartement im Langenburger Bau auch ein Staatsappartement zu, das sich im zweiten Obergeschoss des Saalbaus befindet. Unverzichtbarer Teil dieser Repräsentationsräume war ein Kabinett, in dem man seine Kunstgüter für hochrangige Gäste ausstellte. Gerade dieses Porzellan- und Spiegelkabinett ist der wohl aufwändigste Raum der Schönen Gemächer und einzigartig in der hohenlohischen Schlösserlandschaft. Hier widmete sie sich dem Aufbau und der Erweiterung ihrer Sammlung an ostasiatischen Porzellanen und kostbaren Kabinettstücken.

AUFWÄNDIGSTE RAUM DER SCHÖNEN GEMÄCHER

Kurz nach ihrem Einzug in Schloss Weikersheim ließ Fürstin Elisabeth Friederike Sophie das Porzellan- und Spiegelkabinett für ihre Sammlung ausbauen. Sie beschäftigte regionale Schreiner, Maler und die hohenlohische Künstlerfamilie Sommer als Bildhauer. Die Wände erhielten einen roten Seidendamast. Auf diesen wurden vergoldete und silberne Bänder aus geschnitztem Holz und mit kleinen runden Spiegeln versehen im Stil der Régance gesetzt. Vergoldete Masken, Tiere oder auch Früchte sowie Konsolen aus Lindenholz und zahlreiche Spiegel in verschiedenen Größen und Formen vervollständigten die Innenarchitektur.

Porzellanfigur vor Spiegel, Spiegelkabinett, Schloss Weikersheim

Figurinen vor Spiegeln wirkten doppelt.

SCHATZKAMMER FÜR KOSTBARKEITEN

Die Fürstin stammte aus einer kunstsinnigen Familie und sammelte Kostbarkeiten: ostasiatisches Porzellan, Fayencen aus Ansbach, Miniaturen und raffinierte Figuren aus Silber und edlen Steinen. Das Kabinett war für die kostbarsten Stücke der richtige Rahmen. Die vielen Wandkonsolen boten Platz für Väschen und Figürchen, dazu kamen Tische, auf denen weitere Stücke stehen konnten. Durch zwei große Glastüren kann man vom Audienzzimmer aus in das Kabinett hineinblicken, wodurch es wie ein begehbarer Sammlungsschrank wirkt.

DER „indianische Priester“ ZUM AUFZIEHEN

Die Sammlungsstücke schmückten alle gräflichen Räume im Schloss. Im Spiegelkabinett standen auf Konsoltischen und Wandkonsolen besonders wertvolle Stücke. Darunter war auch so etwas Ungewöhnliches wie eine Automatenfigur aus Silber, der „indianische Priester“, der aufgezogen werden konnte und herumrollte. Diese Rarität hat sich bis heute erhalten.

Bitte beachten Sie folgenden Hinweis:
Das Spiegelkabinett ist wegen Renovierung derzeit geschlossen.

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