Schatzkästchen der Renaissance und des Barock
Schloss und Schlossgarten Weikersheim
Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Tumba Graf Wolfgangs II.

EIN MONUMENT DER ERINNERUNGDIE TUMBA DES GRAFEN WOLFGANG II.

Der Landesherr von Hohenlohe-Weikersheim war weit gereist, vielseitig interessiert und zielgerichtet in seinen Vorhaben. 1603, sieben Jahre vor seinem Tod, plante Graf Wolfgang II. bereits seine Grablege und gab eine Tumba in Auftrag. 400 Jahre später, eine kleine Ewigkeit, besteht das Andenken an ihn noch immer.

Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Porträt Graf Wolfgangs II. von Hohenlohe, Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Ein Graf mit Weitblick: Wolfgang II. von Hohenlohe.

EIN WELTERFAHRENER ADLIGER

Wolfgang II., Graf von Hohenlohe und Herr zu Langenburg, war ein gebildeter, weitgereister und gläubiger Adliger: Nach seinem Studium im württembergischen Tübingen und einem Studienaufenthalt in der französischen Metropole Paris war er für den Kaiser in Wien tätig und kämpfte gegen die Osmanen. Ab 1568, nach dem Tod seines Vaters, regierte er in Langenburg. Nach einer Landesteilung zwischen ihm und seinen Brüdern übernahm er die Regentschaft in Hohenlohe-Weikersheim und lebte ab 1587 in Weikersheim.

Hohenlohe Kirchenordnung, Nürnberg 1578, Foto: Bayrische Staatsbibliothek, gemeinfrei

„Kirchenordnung. Wie es mit der Lehre und Ceremonien (…) soll gehalten werden.“

LEIDENSCHAFT UND REFORMEN

In die Regierungszeit Wolfgangs II. fällt der Neubau von Schloss Weikersheim – das alte Wasserschloss wurde zum modernen Renaissance-Bau. Durch die chemischen Experimente in der Alchemie versuchte er, neue Einnahmequellen zu erschließen. Hierfür hatte er sich ein eigenes alchemistisches Labor eingerichtet. Zudem trieb er die Reformation in Hohenlohe weiter voran. Sein Ziel war eine wohlgeordnete lutherische Herrschaft. Aus diesem Grunde erließ er 1578 eine neue Kirchenordnung für sein Herrschaftsgebiet.

Die Stadtkirche war einst die Ruhestätte von Graf Wolfgang.

GEPLANTE ERINNERUNG

Schon zu Lebzeiten sorgte sich Graf Wolfgang II. um sein Andenken. Nach dem Umbau der Weikersheimer Stadtkirche gab er 1603 – sieben Jahre vor seinem Tod – ein Grabmal in Auftrag. Er bestellte, wie sein Testament verrät, „bei dem bildhawer zur Forchtenberg Michael Kehrn ein monumentum für uns und unsern nachkommen“. 12 Alabastersäulen und die prachtvollen Wappen des Grafen und seiner Frau Magdalena von Nassau-Katzenelnbogen zieren seine Tumba, ein Hochgrab aus Stein. Diese stand zentral in der Kirche und erinnerte bei jedem Gottesdienst eindrucksvoll an ihn.

Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Tumba Graf Wolfgangs II.

Graf Wolfgangs letzte Ruhestätte: die Tumba in Schloss Weikersheim.

DIE LETZTE GRÄFLICHE RUHESTÄTTE

Über 300 Jahre lang – von 1610 bis 1934 – war die Tumba des Grafen in der evangelischen Stadtkirche St. Georg untergebracht. Seine allerletzte Ruhe fand Graf Wolfgang II. in einem Nebenraum von Schloss Weikersheim. Die Tumba befindet sich in der Nähe der Schlosskapelle, die er einst nach seinen Vorstellungen errichten ließ. Dieser schlichte Kirchenraum entspricht den Wünschen des gläubigen Landesherrn: ein bilderarmes Gotteshaus, in dessen Zentrum – sehr protestantisch – die Kanzel und der Altar stehen.

Der Vergänglichkeit begegnen die Menschen seit Jahrhunderten mit dem Wunsch nach Schönheit und Ewigkeit. Schlösser, Burgen und Klöster sind bis heute ein glänzendes Vermächtnis für die Zukunft. Die Themenwelt „Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“ wirft einen Blick auf diese spannenden Themen.

Unendlich schön